TGA-Fachplanung
Fußbodenheizung planen und auslegen – Heizkreise in 3D
Eine Fußbodenheizung ist nur so gut wie ihre Auslegung. Wir berechnen Verlegeabstände und Heizkreise raumweise nach DIN EN 1264, verteilen die Kreise sinnvoll auf die Verteiler und zeigen die Verlegung im 3D-Modell – bevor der Estrich kommt.
- DIN EN 1264
- Norm für Flächenheizungen mit Wasser
- raumweise
- Verlegeabstand und Heizkreise aus der Heizlast jedes Raums
- 3D
- Heizkreise, Verteiler und Anbindeleitungen im Modell
Die Wärme liegt im Estrich – planen Sie sie vorher
Eine Fußbodenheizung arbeitet mit großer Fläche und niedriger Temperatur. Genau das macht sie zum idealen Partner der Wärmepumpe. Aber sie verzeiht keine Fehler: Ist der Verlegeabstand zu groß, bleibt der Raum kühl. Ist ein Heizkreis zu lang, reicht die Pumpe nicht. Führen Anbindeleitungen quer durch den Flur, wird er ungewollt zur wärmsten Stelle im Haus. Und was einmal im Estrich liegt, lässt sich nicht mehr ändern.
Deshalb planen wir die Fußbodenheizung wie jede andere Anlage: auf Grundlage der raumweisen Heizlast, mit Verlegeplan, Heizkreisaufteilung und Verteilerbelegung – und im 3D-Modell, damit Heizkreise, Anbindeleitungen und Verteilerschränke zu Räumen, Fugen und anderen Leitungen passen.
Norm und Auslegung
Wie wir eine Fußbodenheizung auslegen
Heizlast und Wärmestromdichte
Ausgangspunkt ist die Heizlast jedes Raums nach DIN EN 12831. Daraus ergibt sich, wie viel Wärme jeder Quadratmeter Fußboden abgeben muss. DIN EN 1264 beschreibt, welche Leistung eine Fußbodenheizung abhängig von Verlegeabstand, Rohr, Estrich und Bodenbelag erbringt – und wie warm die Oberfläche dabei werden darf.
Behagliche Oberflächentemperaturen
Warme Füße ja, heiße nein: DIN EN 1264 begrenzt die Oberflächentemperatur des Fußbodens – in Aufenthaltsbereichen auf 29 °C, in Bädern auf 33 °C und in Randzonen, in denen man sich selten aufhält, auf 35 °C. Reicht die Fläche für die Heizlast nicht aus, planen wir Randzonen mit engerem Verlegeabstand oder ergänzende Heizflächen.
Bodenbelag und Estrich
Fliese, Parkett und Teppich lassen Wärme unterschiedlich gut durch. Der Wärmedurchlasswiderstand des Bodenbelags geht deshalb direkt in die Auslegung ein – wer später von Fliese auf einen dicken Teppich wechselt, verliert Leistung. Ebenso wichtig sind Estrichart und -dicke, die Randdämmstreifen und die Bewegungsfugen. Die Heizkreise teilen wir so auf, dass sie Fugen möglichst nicht kreuzen; wo eine Anbindeleitung es muss, wird sie geschützt geführt.
Heizkreise und Verteiler
Jeder Raum bekommt mindestens einen eigenen Heizkreis, große Räume mehrere. Die Heizkreise sollen ähnlich lang sein, damit der Druckverlust im Rahmen bleibt und sich der hydraulische Abgleich sauber einstellen lässt. Die Verteiler setzen wir so, dass die Anbindeleitungen kurz bleiben und nicht quer durch andere Räume führen – und für jeden Heizkreis berechnen wir den Volumenstrom und die Einstellung am Verteiler.
Die Verlegung in 3D
Im 3D-Modell sehen Sie, bevor die erste Rohrrolle ausgepackt wird, wie die Heizkreise liegen: Verlegeabstände, Randzonen, Anbindeleitungen, Verteilerschränke. Kollisionen mit Abwasserleitungen, Bodenabläufen oder Durchbrüchen fallen auf, solange sie nur eine Planänderung kosten – und der Verlegeplan für die Monteure entsteht direkt aus dem Modell.
Heizen – und sanft kühlen
Mit einer reversiblen Wärmepumpe kann die Fußbodenheizung im Sommer auch kühlen. Dann muss die Planung zusätzlich sicherstellen, dass die Oberfläche nicht unter den Taupunkt abkühlt. Wir berücksichtigen das, wenn die Kühlfunktion gewünscht ist.
Leistungsumfang
Was Sie von uns bekommen
- Raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 als Grundlage
- Auslegung nach DIN EN 1264: Verlegeabstand, Wärmestromdichte, Oberflächentemperatur
- Heizkreisaufteilung und Verteilerbelegung mit Heizkreislängen
- Volumenströme und Einstellwerte für den hydraulischen Abgleich
- Abstimmung mit Estrich, Fugen, Bodenbelägen und Bodenabläufen
- Verlegeplan je Geschoss und 3D-Visualisierung der Heizkreise
- Materialliste direkt aus dem Modell
Ablauf
So gehen wir vor
- 01 Grundlagen Grundrisse, Heizlast, geplante Bodenbeläge und Fußbodenaufbau.
- 02 Auslegung Verlegeabstände, Heizkreise und Verteiler nach DIN EN 1264.
- 03 Modell Heizkreise und Anbindeleitungen in 3D, Prüfung auf Kollisionen.
- Übergabe Verlegepläne, Verteilerschema mit Einstellwerten und Materialliste.
FAQ
Häufige Fragen: Fußbodenheizung
Ihre Frage ist nicht dabei? Wir antworten persönlich.
Warum passt eine Fußbodenheizung so gut zur Wärmepumpe?
Weil sie mit großer Fläche arbeitet und deshalb mit niedriger Vorlauftemperatur auskommt. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
Welcher Verlegeabstand ist richtig?
Das hängt von der Heizlast des Raums, vom Bodenbelag und von der geplanten Vorlauftemperatur ab – einen Wert für alle Räume gibt es nicht. In Randzonen vor großen Fenstern wird oft enger verlegt.
Kann ich jeden Bodenbelag verwenden?
Grundsätzlich ja, aber der Belag geht in die Auslegung ein. Dicke Teppiche oder Holzbeläge bremsen die Wärme stärker als Fliesen. Deshalb sollte der Belag vor der Planung feststehen.
Was passiert nach dem Einbau?
Bevor der Bodenbelag verlegt wird, wird der Estrich nach einem festgelegten Programm aufgeheizt und das Ergebnis protokolliert. Die Vorgaben dafür liefern wir mit.
Planen Sie auch nur die Fußbodenheizung?
Ja – als eigenständige Planung oder zusammen mit Heizlastberechnung und hydraulischem Abgleich.
Weitere Berechnungen und passende Leistungen
Projekt zu vergeben?
Schildern Sie uns Ihr Vorhaben. Für eine erste Einschätzung genügen Gebäudetyp, Bruttogrundfläche und die gewünschten Leistungsphasen.