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TGA-Fachplanung

Heizlastberechnung nach DIN EN 12831

Die Heizlast ist die Zahl, von der alles abhängt: die Größe der Wärmepumpe, die Heizflächen, die Vorlauftemperatur, die Förderfähigkeit. Wir berechnen sie Raum für Raum nach DIN EN 12831 – prüffähig dokumentiert und als Grundlage, auf der Sie sicher planen und bauen.

DIN EN 12831
Berechnungsnorm mit nationalem Anhang DIN/TS 12831-1
raumweise
Heizlast für jeden Raum – nicht pauschal pro Quadratmeter
Verfahren B
Grundlage für den hydraulischen Abgleich und die KfW-Förderung

Warum eine Faustformel nicht reicht

Watt pro Quadratmeter mal Wohnfläche – so wurden Heizungen jahrzehntelang bemessen. Das Ergebnis sind Wärmeerzeuger, die deutlich größer sind als nötig. Bei einem Gaskessel kostete das vor allem Wirkungsgrad. Bei einer Wärmepumpe kostet es mehr: höhere Anschaffungskosten, häufiges Takten und eine schlechtere Jahresarbeitszahl.

Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ersetzt die Schätzung durch eine nachvollziehbare Rechnung. Für jeden Raum wird ermittelt, wie viel Wärme er am kältesten Auslegungstag verliert – über Wände, Fenster, Dach und Boden und über die Luft, die ausgetauscht wird. Daraus ergibt sich, was jeder Heizkörper und jeder Fußbodenheizkreis leisten muss und wie groß der Wärmeerzeuger wirklich sein sollte.

Norm und Verfahren

Was die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 umfasst

Norm-Heizlast: die Leistung für den kältesten Auslegungstag

DIN EN 12831-1 beschreibt, wie die Norm-Heizlast eines Raumes berechnet wird: die Wärmeleistung, die nötig ist, um die gewünschte Innentemperatur zu halten, während draußen die Norm-Außentemperatur herrscht. Beide Temperaturen legt der nationale Anhang DIN/TS 12831-1 fest – die Außentemperatur abhängig vom Standort des Gebäudes, die Innentemperatur nach der Nutzung des Raumes, etwa rund 20 °C für Wohn- und Schlafräume und 24 °C für Bäder.

Transmission: Wärme, die durch die Bauteile verloren geht

Für jedes Bauteil – Außenwand, Fenster, Dach, Kellerdecke, Bodenplatte – wird der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) aus dem tatsächlichen Aufbau ermittelt. Multipliziert mit Fläche und Temperaturdifferenz ergibt sich der Transmissionswärmeverlust. Hinzu kommen Wärmebrücken an Anschlüssen und Ecken, pauschal oder im Detail nachgewiesen, sowie Verluste an unbeheizte oder kühlere Nachbarräume und an das Erdreich.

Lüftung: Wärme, die mit der Luft entweicht

Jeder Raum braucht Außenluft. Wie viel Wärme dadurch verloren geht, hängt davon ab, wie dicht das Gebäude ist und ob über Fenster gelüftet wird oder eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung arbeitet. Die Norm berücksichtigt den hygienisch nötigen Mindestluftwechsel ebenso wie die Undichtheiten der Gebäudehülle.

Raumheizlast und Gebäudeheizlast

Die Summe der Raumheizlasten ist größer als die Heizlast des ganzen Gebäudes: Wärme, die zwischen beheizten Räumen fließt, geht dem Haus nicht verloren, und nicht alle Räume haben gleichzeitig den höchsten Luftwechsel. Für die Heizflächen zählt deshalb die Raumheizlast, für die Größe des Wärmeerzeugers die Gebäudeheizlast. Wer beides verwechselt, bemisst die Wärmepumpe zu groß.

Im Bestand: Rechnung trifft Verbrauch

Bei bestehenden Gebäuden sind die Bauteilaufbauten oft nicht dokumentiert. Wir nehmen auf, was sich feststellen lässt, und gleichen das Ergebnis mit dem gemessenen Verbrauch der letzten Jahre ab. Liegen Rechnung und Verbrauch weit auseinander, suchen wir die Ursache, bevor daraus eine Anlagengröße wird.

Die Grundlage für alles Weitere

Aus der Heizlast ergeben sich die Auslegung der Heizflächen, die nötige Vorlauftemperatur – bei der Wärmepumpe entscheidend für die Effizienz –, die Volumenströme für den hydraulischen Abgleich und die Größe von Wärmeerzeuger und Speicher. Eine sorgfältige Heizlastberechnung ist deshalb keine Pflichtübung, sondern die günstigste Investition in eine Heizung, die später leise, sparsam und zuverlässig läuft.

Leistungsumfang

Was Sie von uns bekommen

  • Aufnahme der Gebäudedaten: Pläne, Bauteilaufbauten, Fenster, Nutzung der Räume
  • Raumweise Norm-Heizlast nach DIN EN 12831-1 mit nationalem Anhang DIN/TS 12831-1
  • Gebäudeheizlast als Grundlage für die Größe von Wärmepumpe oder Kessel
  • Prüfung vorhandener Heizkörper: Reicht ihre Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur?
  • Auslegung neuer Heizflächen – Heizkörper oder Flächenheizung
  • Prüffähige Dokumentation mit Bauteilliste, Raumübersicht und Ergebnissen
  • Auf Wunsch: Räume und Heizlasten im IFC-Modell

Ablauf

So gehen wir vor

  1. Unterlagen Grundrisse, Schnitte, Baujahr und – soweit bekannt – Angaben zu Dämmung und Fenstern. Im Bestand sehen wir uns das Gebäude an.
  2. Modell und Bauteile Wir bilden das Gebäude mit allen Räumen und Bauteilen ab und ordnen die Aufbauten und U-Werte zu.
  3. Berechnung Raumheizlasten und Gebäudeheizlast nach DIN EN 12831-1, im Bestand abgeglichen mit dem Verbrauch.
  4. Ergebnis Dokumentation und Besprechung – auf Wunsch direkt weiter mit Heizflächenauslegung und hydraulischem Abgleich.

FAQ

Häufige Fragen: Heizlastberechnung

Ihre Frage ist nicht dabei? Wir antworten persönlich.

Zentrale Mo – Fr 08:00 – 17:00 Uhr
05251 180 69 90 Frage stellen
Wann brauche ich eine Heizlastberechnung?

Immer, wenn ein Wärmeerzeuger neu bemessen wird – besonders beim Umstieg auf eine Wärmepumpe. Für die Heizungsförderung der KfW ist sie Teil des hydraulischen Abgleichs nach Verfahren B. Im Neubau ist sie die Grundlage der gesamten Heizungsplanung.

Reicht nicht die Angabe aus dem Energieausweis?

Nein. Der Energieausweis nennt einen Jahresenergiebedarf in Kilowattstunden. Die Heizlast ist dagegen eine Leistung in Kilowatt für den kältesten Auslegungstag – und sie wird Raum für Raum gebraucht, damit jeder Heizkörper richtig bemessen ist.

Können meine alten Heizkörper bleiben?

Oft ja. Mit der raumweisen Heizlast lässt sich für jeden Heizkörper prüfen, ob er den Raum auch mit niedrigerer Vorlauftemperatur warm bekommt. Häufig müssen nur einzelne Heizkörper getauscht werden, nicht alle.

Was brauchen Sie von mir?

Grundrisse und Schnitte, das Baujahr, Angaben zu Modernisierungen wie Dämmung, Fenstern oder Dach und nach Möglichkeit den Verbrauch der letzten Jahre. Was fehlt, nehmen wir vor Ort auf.

Kann ich die Berechnung einzeln beauftragen?

Ja. Die Heizlastberechnung gibt es als eigenständige Planungsleistung – die Ausführung können Sie frei vergeben.

Projekt zu vergeben?

Schildern Sie uns Ihr Vorhaben. Für eine erste Einschätzung genügen Gebäudetyp, Bruttogrundfläche und die gewünschten Leistungsphasen.